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Versuchsflächen zur Ansiedlung von Flechten

Mit dem Beginn des Frühlings 2026 wurden im UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft drei Versuchsflächen eingerichtet, um Bodenflechten gezielt in Kiefernwäldern anzusiedeln. Zwei der Flächen liegen bei Kreba, eine weitere bei Milkel.

Flechtenreiche Kiefernwälder zählen heute zu den am stärksten gefährdeten Pflanzengesellschaften Deutschlands – und stehen kurz vor dem Aussterben. Allein seit den 1990er Jahren sind rund 90 Prozent ihrer Bestände verloren gegangen. Dabei sind gerade die sandigen Böden der Oberlausitz, geprägt durch eiszeitliche Ablagerungen, ein idealer Standort für diese hoch spezialisierten Lebensgemeinschaften.

Für die Versuchsflächen wurden etwa drei Zentimeter große Flechtenbruchstücke aus bestehenden Populationen innerhalb des Biosphärenreservats entnommen und behutsam auf den vorbereiteten Flächen ausgebracht. Die Entnahme des Flechtenmaterials erfolgte so schonend wie möglich, um die jeweiligen Spenderpopulationen nicht zu schädigen. Auf den Flächen selbst wurde zuvor die Nadelstreu und Moosschicht entfernt, sodass der offene Sandboden wieder freiliegt – eine entscheidende Voraussetzung für die Ansiedlung der Flechten.

Zu den ausgebrachten Arten von Bodenflechten gehören das Islandmoos (Cetraria islandica), die Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina), sowie die Schuppige Säulenflechte (Cladonia squamosa). In den kommenden Jahren werden die Flächen regelmäßig erfasst. Das begleitende Monitoring soll zeigen, wie gut die Flechten anwachsen und sich ausbreiten, um die Effekte wissenschaftlich zu bewerten.